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6. Rundgang

Wo der Blick sich weitet – an den Gestaden des Zürichsees


0100-Stadtplan 6Rundgang in den Quaianlagen am See: Limmatquai – Quaibrücke – General Guisan-Quai – Arboretum – Bürkliplatz – Quaibrücke – Bellevue – Sechseläutenwiese – Opernhaus – Utoquai – Limmatquai


Steht man auf der Münsterbrücke oder der Quaibrücke und spricht vom «herrlichen Ausblick auf die Berge», dann meint man gewöhnlich den eindrücklichen Alpenkranz, der – vom ewigem Eis majestätisch bedeckt – die unmittelbare Nähe Zürichs zur Bergwelt in Erinnerung ruft. Ob diesem dominierenden Alpen­panorama gehen die zahlreichen, von der Stadt aus leicht erreichbaren Naherholungsgebiete der Zürcher oft gerne vergessen. Da eines der Wandbilder der Albiskette gewidmet ist, sei diese hier als mögliches Ausflugsziel empfohlen.

Albiskette und Üetliberg

0110-Albisberge-Zimmer407-Hotel-Adler-ZurichDie Albiskette erstreckt sich vom historischen Ortskern von Albisrieden, einem einst ländlichen Vorort von Zürich, bis hin zur Zuger Gemeinde Baar. Die Albiskette verläuft über lange Strecken parallel zum Fluss Sihl und damit zum bewaldeten Sihltal. Albis und Sihltal eignen sich für kurze oder ausgedehnte Wanderungen. Denn sowohl die Albiskette als auch der Sihlwald laden insbesondere im Sommer zu ausgedehnten und gleichzeitig kühlen Spaziergängen durch attraktive Wälder und – im Fall des Sihlwalds – zur Entdeckung einer herrlichen und natürlich gebliebenen Flusslandschaft ein. Der markante Höhenzug mit seiner meist baumbestandenen Kuppe besteht bald aus einem schmalen, nur wenige Meter breiten Rücken» bald aus ausgedehnten Hochplateaus mit schönen Wanderwegen und Ausflugrestaurants. Gegen den See hin überrascht die Albiskette streckenweise mit überaus steilen Hängen. Oberhalb von Leimbach faszinieren die beinahe senkrecht abfallenden, malerischen Felswände der sogenannten «Fallätsche».

Die höchste Bergkuppe der Albis­kette, ganz aus Nagelfluh bestehend, heisst Üetliberg. Auf dem Uto-Kulm wurden schon im 19. Jahrhundert ein Hotel und ein Aussichtsturm errichtet. Der «Hausberg» der Zürcher birgt auch archäologische Funde, welche von den einstigen Befestigungsanlagen zeugen. Vom Üetliberg aus geniesst der Besucher eine einmalige Aussicht auf die sich zu ­seinen Füssen ausdehnende Stadt, Limmat, Sihl und Zürichsee, aber auch auf das Limmattal, die Ebenen des Kantons Aargau, den Jura, das Reusstal sowie auf das Hochgebirge.

Die Quaianlagen

Reicht die Zeit nicht aus, um die nähere Umgebung Zürichs zu erkunden, so bietet sich dank der ausgedehnten Quaianlagen zumindest ein Spaziergang am See an. Die Zürcher Quaianlagen konnten 1887 eröffnet werden. Die weitläufigen neuen Uferstrassen, welche aus der Stadt an der Limmat eine Stadt am See werden liessen, stellten damals die touristische Attraktion Zürichs dar.

1863 hatte der Regierungsrat des Kantons Zürich neue, vorgeschobene Uferlinien festgesetzt. Damit war die gesetzliche Grundlage geschaffen, um Aufschüttungen am See vorzunehmen. Im Zeitalter des Eisenbahnbooms erkannten die Bahningenieure die einmalige Chance, die geplanten Eisenbahnlinien am linken und am rechten Ufer des Zürichsees wo nötig auf aufgeschüttetem Land zu bauen. Die rechtsufrige Eisenbahn sollte im Bereich des heutigen Bellevues über eine Eisenbahnbrücke – in etwa an der Stelle der Quaibrücke – zum Bahnhof Enge und schliesslich zum Hauptbahnhof Zürich geführt werden. Die Zürcher erkannten die Gefahr eines solchen Projektes für die Entwicklung der Stadt im empfindlichen Ufergebiet. Dem Eisenbahnprojekt, das als «eiserner Ring» bezeichnet wurde, entstand vehemente Opposition. Unter der Leitung von Stadtingenieur Arnold Bürkli-Ziegler (1833–1894) wurde ein Ge­genvorschlag für eine andere Führung des Eisenbahntrassees mit einer Tunnellösung im stadtnahen Gebiet ausgearbeitet. Gleichzeitig wurde ein Projekt für Quaistrassen, einen grosszügigen Platz am See (Bürkliplatz mit Bürkliterrasse) und eine Brücke über die Limmat (Quaibrücke) entwickelt. Doch halfen diese konstruktiven Ideen für eine bessere Lösung vorerst wenig. 1873 fand daher eine Protestversammlung gegen den «eisernen Ring» statt. Die Zahl der Teilnehmer wurde auf 1500 bis 2000 Personen geschätzt. Das entschlossene Auftreten der Bürgerschaft lohnte sich. Wenige Wochen später konnten Verträge mit der privaten Eisenbahngesellschaft unterzeichnet werden, welche nun eine Linienführung im Sinne Bürklis vorsahen. 1878 lag ein bereinigtes Projekt für den Bau der Quaianlagen vor, und 1881 fand die Volksabstimmung statt. In der Stadt Zürich wurde das Projekt mit überwältigender Mehrheit, in den beiden ebenfalls beteiligten Vororten Riesbach und Enge sogar einstimmig angenommen. Ein Jahr später wurde mit dem Bau begonnen. Die technische Leitung wurde Arnold Bürkli-Ziegler übertragen.

In sechsjähriger Bauzeit wurden dem See insgesamt über 200'000 Quadratmeter Land abgerungen beziehungsweise über 1'200'000 Kubikmeter steiniges Material und Seeschlamm aufgeschüttet. Die Uferlandschaft veränderte sich von Tag zu Tag. Reizvolle Naturidyllen, aber auch wenig attraktive Werk- und Lagerplätze am Wasser verschwanden. Zahlreiche Häuser, die einst unmittelbar an den See grenzten, befanden sich nun um viele Meter in eine künstlich geschaffene Landschaft zurückversetzt. Der Bauvorgang sah folgendermassen aus: In einer ersten Etappe wurden Einschliessungsdämme aus steinigem Material erstellt und Bassins gebildet. Danach wurde das schlammige Auffüllmaterial, die sogenannte Seekreide, auf Schiffen herbeigeführt und in die ausgepumpten Bassins gegossen. Sonne und Luft trockneten das Auffüllmaterial in einem monatelangen Prozess aus. Mit der Seeaufschüttung ging die Gestaltung der Quaianlagen einher. Zwei Hafenanlagen wurden gebaut und in der Enge entstand ein grossartiges Arboretum. Am 2. und 3. Juli 1887 fand die Eröffnung statt. Einen Höhepunkt des Volksfestes bildete ein kostümierter Umzug mit 6000 Schülerinnen und Schülern aus den beteiligten Gemeinden.

Die Quaianlagen wurden Ende des 19. Jahrhunderts in Riesbach bis zum Zürichhorn und in der Enge bis zum Belvoirgut ausgebaut. Weitere Aufschüttungen, vor allem aber Umgestaltungen, fanden im 20. Jahrhundert statt. Dem geistigen Schöpfer, Arnold Bürkli-Ziegler, der dieses Jahrhundertbauwerk nicht nur erdacht und seine Verwirklichung erfolgreich erstritten, sondern auch realisiert hatte, war bereits 1899 ein Gedenkstein im Arboretum, seinem Lieblingsort, errichtet worden.

Entlang der neuen Quaianlagen entstanden nach der Eröffnung mehrere sehenswerte Wohnhäuser und Villen. Während die Villen nach dem ­Zweiten Weltkrieg grösstenteils ­rentableren Bürohäusern weichen ­mussten, sind die grossbürgerlichen Wohnhäuser des Fin-de-Siècle im we­sentlichen erhalten geblieben. ­Erwähnt seien hier insbesondere das «Rote Schloss» (1891–1893, General ­Guisan-Quai 20–22), das «Weisse Schloss» (1890-92, General Guisan-Quai 30–36) und das «Utoschloss» (1898, Utoquai 29–31). Am Rande der Quaianlagen fanden sich aber auch geeignete Bauplätze für die Zürcher Tonhalle (beim erwähnten «Roten Schloss», Eingang Claridenstrasse 7) und das Stadttheater, das heutige Opernhaus.

Das Opernhaus

0120-Opernhaus-Zimmer211-Hotel-Adler-ZurichDem rührigen Geist der liberalen Bewegung der 1830er Jahre verdankte das damalige Zürich nicht nur ein reformiertes Schulwesen und eine Universität, sondern auch sein erstes «stehendes» Theater – Sprech- und Musikbühne zugleich. Dieses Theater hiess «Aktientheater» weil es durch die Ausgabe von Aktien finanziert wurde. Das erste Theater wurde in der Kirche des ehemaligen Barfüsser-Klosters an den Unteren Zäunen eingerichtet. Mehrere Neubauprojekte zerschlugen sich. Das Schicksal half schliesslich nach: In der Neujahrsnacht 1890 wurde das sogenannte «Aktientheater» während einer Vorführung ein Raub der Flammen. Dank der Geistesgegenwart des Thea­terdirektors kamen keine Menschen zu Schaden.

Finanzkräftige Freunde des Theaters brachten in kürzester Zeit die ­finanziellen Mittel für ein neues Bühnenhaus auf. Und die Stadtbehörden stellten den Initianten unentgeltlich einen der attraktivsten Bauplätze am Rande der soeben vollendeten Quaianlagen zur Verfügung. Für den Theaterbau wandte man sich an die damals führenden europäischen Thea­terbauspezialisten Fellner und Helmer in Wien. Da die Zeit drängte, entschlossen sich die Initianten kur­zerhand, das in einer Schublade ruhende Siegerprojekt für ein Theater in Krakau für Zürich zu adoptieren. Die erstprämierten Pläne der Wiener Architekten waren in der polnischen Stadt nicht verwirklicht worden, weil die Krakauer einen örtlichen Architekten für die Ausführung favori­sierten.

In einer Bauzeit von nur gerade 16 Monaten wurde nun das neue Stadtheater erstellt. Da das Theater auf aufgeschüttetem Gebiet erbaut wurde, mussten rund 2000 Eichenpfähle als Basis für die steinernen Fundamente in den Grund gerammt werden. Für die Ausschmückung der Räume wurden nebst lokalen auch zahlreiche Wiener Künstler beigezogen. Das neue Stadttheater konnte am 30. September 1891 eingeweiht werden. Am Tag danach fand die Eröffnungsvorstellung mit Richard Wagners «Lohengrin» statt.

Die wohlproportionierte Hauptfassade mit dem markanten Portikus ist dem Sechseläutenplatz und der Stadt zugewendet. Dieser Platz dient seit einem Jahrhundert als Schauplatz für die Verbrennung des «Bööggs» (Schneemann), der alljährlich am ­Zürcher Frühlingsfest, dem «Sechseläuten», im Anschluss an den kostümierten Umzug der Zünfte durch die Strassen der Stadt hier auf hohem Scheiterhaufen verbrannt wird.