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2. Rundgang

Liebenswerte Altstadt – vom Charme des Verborgenen


0100-Stadtplan 2Hirschenplatz – Münstergasse – Zwingliplatz – Grossmünster – Neustadtgasse –
Frankengasse – Winkelwiese – Heimplatz – Kirchgasse – Münstergasse – ­Römergasse – Limmatquai – Rosengasse – Hirschenplatz


Über die Münstergasse und den Zwingliplatz gelangt man zum Grossmünster. Aufgrund der beiden eigenwilligen Türme gilt das Grossmünster als Zürcher Wahrzeichen. Beim Grossmünster handelt es sich um eine karolingische Gründung. Bis zur Reformation diente die Anlage als Chorherrenstift. Auf jenem Grundstück, auf dem sich früher das Stiftsgebäude befand, wurde 1853 eine Mädchenschule erbaut, wobei sich der Architekt, Gustav Albert Wegmann (1812–1858), romanischer Architekturelemente bediente. In Erinnerung an das traditionsreiche Chorherrenstift wurden Teile des romanischen Kreuzganges aus dem 12. Jahr­­hundert in den historisierenden ­Neubau integriert. Heute dient das Gebäude dem theologischen Seminar der Universität Zürich (Eingang Kirchgasse 9). 

So wie sich das Grossmünster dem Betrachter heute präsentiert, stammt es in seinen ältesten Teilen aus dem späteren 11. und frühen 12. Jahr­hundert. Nachdem 1763 der Nordturm abgebrannt war, erwogen die Zürcher vorerst den Abbruch, sahen von diesem Ansinnen aber schon bald wieder ab. 1781 erhielten beide Türme die charakteristischen acht­eckigen Hauben, deren ursprüngliche Farbgebung vor wenigen Jahren wiederhergestellt worden ist. Der südlich gelegene sogenannte «Karls­turm» ist für Besucher zeitweise zugänglich. Von seinen vier Eckterrassen aus geniesst man eine unvergleichliche Aussicht auf die Stadt, das Limmattal, den See und die Alpen. «Der Fremde möge diese Augenweide sich ja verschaffen», empfahl schon Wilhelm Füssli in seinem 1842 erschienenen Werk «Zürich und die wichtigsten Städte am Oberrhein».
0110-Muenstergasse-Zimmer310-Hotel-Adler-ZurichDas Grossmünster ist untrennbar mit dem bedeutenden Reformator Huldrych Zwingli (1484–1531) verbunden, denn in dieser Kirche nahm die Zürcher Reformationsgeschichte 1519 ihren Anfang. Der Name des Reformators steht für den unerbittlichen Kämpfer in Glaubensfragen, aber auch für den weltoffenen Staatsmann. Seine vom Rat unterstützten Pläne für die Erneuerung von Kirche und Gesellschaft zeitigten weit über das Hoheitsgebiet der Stadt Zürich hinaus Wirkung. So verbot Zwingli etwa die Reisläuferei, das heisst den bezahlten Kriegsdienst in fremden Landen, sowie den Bezug von Pensionen. In den Kirchen schaffte er Altäre, Bilder und sogar Orgeln ab, hob das Zölibat für Pfarrherren auf und setzte eine für damalige Verhältnisse fortschrittliche Sozialpolitik durch. Seiner Vision eines europäischen Bundes der Protestanten war hingegen kein Erfolg beschieden, weil er sich mit Luther wegen der Deutung des Abendmahles überwarf.
0120-Zwingliplatz-Zimmer315-Hotel-Adler-ZurichZunehmend zog der Reformator die Feindschaft der katholischen Eidgenossen auf sich. 1531 kam es zum Bürgerkrieg, wobei die Zürcher eine schmerzliche Niederlage erlitten und Zwingli auf dem Schlachtfeld in Kappel am Albis fiel. Die Amtswohnung des Reformators befand sich in der «Helferei» an der Kirchgasse 13. Eine hölzerne Stube aus Zwinglis Zeiten hat sich in diesem stattlichen Hause erhalten. Erwähnenswert ist aber auch der geglückte Umbau der Liegenschaft mit der angebauten neugotischen Kapelle. Apropos: Zwinglis sachlicher Geist sollte die Mentalität der Zürcher über Jahrhunderte hinweg prägen. Und viele Kenner dieser Stadt meinen: bis auf den heutigen Tag!

Im Neustadtquartier

0130-Frankengasse-Zimmer210-Hotel-Adler-ZurichNeustadt-, Schlosser-, Franken- und Trittligasse heissen die vier schmalen Gassen, welche einen der charmantesten und gleichzeitig auch besterhaltenen Bezirke der Zürcher Altstadt erschliessen. Das kleinmassstäbliche Quartier mit seinen meist schmalbrüstigen Häusern hat einen Namen, der selbst von vielen Zürchern ignoriert wird: Neustadtquartier. Warum eine solche Bezeichnung für ein historisch anmutendes Quartier? Weil wir vergessen haben, dass die «nüwe Statt» südlich der Kirchgasse im 14. Jahrhundert noch Stadtentwicklungsgebiet war, das heisst, dass die Gegend zwischen Kirchgasse und Stadtmauer erst gegen Ende des Mittelalters sukzessive überbaut wurde und aus damaliger Sicht eben neu war.
Das Neustadtquartier ist ein beruhigender und stiller Ort, an dem sich unbewusst Besinnlichkeit einstellt und der Eindruck entsteht, dass die Zeit hier stehengeblieben ist. In diesen ruhigen Gassen wird heute vorwiegend gewohnt. Über den Türgerichten haben Steinmetze hübsche Namen eingemeisselt: «zu den drei Rosen», «zur Sonnenblume», «zum Sonnenberg» usw. Hinter der südlich gelegenen Häuserzeile an der Trittligasse dehnen sich intime Gärten und Gärtchen aus, welche allerdings nur den Bewohnern und ihren persönlichen Gästen zugänglich sind. Es sind dies versteckte Gartenparadiese, die der Passant hinter dem steinernen Antlitz der steilen Gasse nur vermuten kann.
0140-Neustadtgasse-Zimmer311-Hotel-Adler-ZurichIm Neustadtquartier gibt es kein Restaurant, keine Bar, kein Café, keine hektische Betriebsamkeit. Es lohnt sich, im Neustadtquartier zu verweilen. Denn von der sonst allgegenwärtigen Dynamik der Grossstadt Zürich ist hier nichts zu spüren. Dort wo die Frankengasse in die Neustadtgasse mündet, befindet sich ein kleiner Platz mit einer schmucken Brunnenanlage, welche auf das Jahr 1591 zurückgeht. Doch gebe man sich nicht der Illusion hin, die Anlage selbst sei 400 Jahre alt, nein: Der sechseckige Trog aus Kalkstein stammt von 1754/55, die Brunnensäule ist eine weitgehend getreue Kopie des Brunnens von 1591 und die Brunnenfigur aus dem Jahre 1910 einmal mehr eine Schöpfung des dem Leser bereits vertrauten Künstlers Arnold Hünerwadel (vgl. auch S. 16). Die Gestalt stellt den heiligen Nikolaus dar. Der Volksmund spricht aber auch gerne vom Kindlifresserbrunnen. Dem aufmerksamen Betrachter eröffnet sich von diesem Standort aus übrigens eine der schönsten Perspektiven auf die Tür­me des Grossmünsters, welche sich in ihrer blau-grauen Tönung je nach Wetterlage markant vom Himmel abheben oder eben mit diesem verschmelzen.
0150-Obere-Zaeune-Zimmer404-Hotel-Adler-ZurichAn der oberen Trittligasse vermittelt ein namenloser Platz unerwartete Weite im dichten Häusermeer. Im Norden erhebt sich an der Winkelwiese 4 hinter einer manns­hohen Mauer ein sehenswerter Zeuge aus dem 19. Jahrhundert, nämlich die Villa Tobler samt reizvoller Gar­ten­anlage. In den 1960er Jahren wäre diese Villa und ihre einmalige und reiche Innenausstattung aus der Zeit des Jugendstils beinahe ein Opfer der Spitzhacke geworden. Der Widerstand des Zürcher Heimatschutzes, das Engagement der Zürcher Medien sowie das Kulturbewusstsein des damaligen Stadtrates haben dies glücklicherweise zu verhindern gewusst. Die Stadt Zürich erwarb die in ihrer kunstgeschichtlichen Bedeutung lange Zeit verkannte Liegenschaft und stellte sie Theaterschaffenden zur Verfügung. Heute dient das nach neusten denkmalpflegerischen Kriterien restaurierte Gebäude der Verwaltung des Zürcher Kunsthauses und beherbergt zudem ein Kellertheater.
0160-Helferei-Zimmer112-Hotel-Adler-ZurichDer schön gestaltete und gepflegte Garten ist der Öffentlichkeit tagsüber zugänglich. Und eine Lesestunde in diesem stillen historischen Garten dürfte für den Gast der Stadt zu einer bleibenden Erinnerung an «das andere Zürich» werden. Danach lohnt sich ein Abstecher Richtung Heimplatz: Das Spannungsfeld zwischen Altstadt und Vorstadt des 19. Jahrhunderts kann hier eindrücklich erfahren werden.

Am Heimplatz

0170-Heimplatz-Zimmer105-Hotel-Adler-ZurichAls in den Jahren 1875 bis 1879 eine Verbindungsstrasse zwischen Hirschengraben und Hottingerstrasse beziehungsweise Zeltweg gebaut und gleichzeitig der Heimplatz, heute besser bekannt als «Pfauen», angelegt wurde, zeichnete sich die Entwicklung dieses Gebietes zu einem Kulturzentrum mit Schauspiel- und Kunsthaus noch in keiner Weise ab. Der neue Verkehrsknotenpunkt zwischen der alten Stadt Zürich und der Gemeinde Hottingen schien den Zeitgenossen 1883 hingegen geeignet zu sein, einem verdienten Mitbürger, nämlich Ignaz Heim (1818 bis 1880), nach typisch zürcherischer Manier ein zurückhaltendes Denkmal zu setzen und den Platz gleichzeitig nach dem Geehrten zu benennen.
Ignaz Heim war zu seiner Zeit ein erfolgreicher Förderer des schweizerischen Volksgesanges. Er leitete als Präsident den renommierten Sängerverein «Harmonie Zürich» und war Herausgeber von beliebten Liedersammlungen. Der Heimplatz erinnert indirekt daran, dass Zürich – was zunehmend in Vergessenheit geraten ist – die Wiege des schweizerischen Volksgesanges war. Der Chorgesang war mehr als nur Begeisterung für den gemeinsamen Gesang. Er war sozusagen der musikalische Ausdruck republikanischer und patriotischer Gesinnung. Begründer dieser zu Beginn des 19. Jahrhunderts sich entwickelnden Kunstform war Hans Georg Nägeli (1773–1836), dessen berühmtes Lied «Freut Euch des Lebens» noch heute beglückt und einen Eindruck von biedermeierlicher Lebensfreude vermittelt.
In die Anfangsjahre von Heims Wirken fiel die für Zürichs Musik­leben ungemein anregende Tätigkeit Richard Wagners (1813–1883), des grossen Neuerers der Oper und Schöpfers des Musikdramas. Heim wohnte neben dem mit ihm eng befreundeten deutschen Komponisten in den sogenannten «Escher-Häusern» am Zeltweg. Eine Gedenktafel am Zeltweg 13 erinnert an den Aufenthalt Wagners in der Stadt Zürich und ist einen kurzen Umweg wert. Apropos: Eine Gedenktafel am Haus Zeltweg 9 weist auf eine weitere weltberühmte Bewohnerin dieser geschichtsträchtigen Wohnhäuser hin, nämlich auf Johanna Spyri (1829 bis 1901), die literarische Mutter des «Heidi». Im Haus Zeltweg 11 ist übrigens das Schweizerische Jugendbuch-Institut untergebracht, welches aus dem Johanna Spyri-Archiv hervorgegangen ist.
0180-Roemergasse-Zimmer409-Hotel-Adler-ZurichZurück zum Heimplatz: Am Heimplatz 1 befindet sich das 1910 eröffnete Zürcher Kunsthaus mit seiner ­repräsentativen Sammlung von Gemälden und Skulpturen, welche den Bogen vom Mittelalter bis zur Gegenwart spannt. Dazu kommen wechselnde Ausstellungen, welche oft weit über die Grenzen der Schweiz hinaus Beachtung finden.
Das Schauspielhaus – gleichfalls am Heimplatz beziehungsweise an der Rämistrasse gelegen – geniesst seit dem Zweiten Weltkrieg einen legendären Ruf, war es doch in jenen Jahren praktisch die einzige Bühne deutscher Sprache, auf der ein freies Wort noch möglich war. Nach dem Krieg waren es dann die beiden Schweizer Dramatiker Max Frisch (1911–1991) und Friedrich Dürrenmatt (1921–1990), die dem Schauspielhaus noch während Jahren internationale Aufmerksamkeit sicherten.